Sonntag, den 28.04.2013 von Ivendorf nach Wismar.

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Die Nacht war nicht nur kalt, sondern sehr frostig. Gegen 3 Uhr war es Zeit, das Zelt zu verlassen. Als gewohnter Camper weiß ich, dass man im Vorzelt den Kopf einziehen muss, um die Tropfen an der Zeltdecke nicht mit den Haaren abzuwischen. Die Zeltdecke war innen nicht nass sondern mit einer Eisschicht bedeckt. Draußen war der Himmel sternenklar. Käuzchen schrien. Nach Rückkehr ins Zelt war es mir kälter als zuvor; ich suchte meine warme Mütze. Damit bin ich noch nie ins Bett gegangen.
Am Morgen erwartete uns der „Küstennebel“ – kein Schnaps, sondern ein dichter Schleier vor der nur vage zu erkennenden Sonne. Es war „saukalt“. Die Dusche auf dem Campingplatz erfrischend heiß.
Nach einem guten Müslifrühstück waren wir fit. Der Weg führte in Travemünde über die Fähre nach Privall. Jeder, der glaubt an der Ostseeküste führt der gut asphaltierte Radweg über flache Strandabschnitte, ist falsch informiert. Die Ostsee ist in der letzten Eiszeit entstanden. Der Gletscherrückzug hinterließ seine Spuren in Form von Moränen, die für eine ständiges Auf und Ab mit wechselnder Steilheit sorgen. Das geht in die Oberschenkel. Trotzdem haben wir heute insgesamt 62 km geschafft. Um 14 Uhr bereitete ich ein vorbereitetes Mittagessen mit Nudeln und Gulasch zu. Nicht am Ostseestrand – sondern auf einer Mauer mitten auf der Kurpromenade des Ostseebades Boltenhagen. Danach gab‘s Kaffee. Um 16 Uhr starteten wir Richtung Wismar. Zum Schluss suchte mein GARMIN Navi einen kurzen, direkten Radweg zur Jugendherberge in Wismar. Nach einer Schussfahrt zum örtlichen Tierpark führte nur eine Treppe über ca. 25 m hoch. Mit vereinten Kräften schleppten wir die komplett gepackten Räder die Stufen hoch.
In der Jugendherberge gab‘s heute Abend Resteessen und dann ein weiches Bett. Heute werden wir garantiert nicht frieren.

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