Mittwoch, den 01.05.2013 Von Duvendiek (ca. 15km vor Stralsund) nach Gahlkow

Bild des Benutzers Karl-Josef

Mein Tagesbericht beginnt wieder mit Frost in der Nacht, dann strahlender Sonnenschein und fast wolkenloser Himmel. Auf der Tour erlebten wir einen sehr scharfen Gegenwind. Dann die Suche nach dem richtigen Weg um Stralsund und danach ein Dauererlebnis mit rüttelndem Kopfsteinpflaster und zum Schluss ein Endspurt zum Zeltplatz.
Mittlerweile sind wir „Kälte-erfahren“. Abends legt jeder Zwiebelbekleidung (mehrere dünne Bekleidungsstücke je nach Empfindlichkeit übereinander angezogen) an und kriecht in seinen Kokon. Die Zeltplane war am Morgen steif gefroren. Jürgen lockte uns mit Kaffee aus dem Zelt in die Kälte. Frühstücken, Zelte (mittlerweile teilweise trocken) einpacken und Räder beladen gehört zur Routine. Die Sonne hatte diesmal die Kälte schnell vertrieben.
Der Ostseeradweg wurde durch völlig unübersichtliche Wegeführung in Stralsund und fehlender Beschilderung kurzzeitig verlassen. Der Radführer kündigte dann ein ca. 20 km Kopfsteinpflaster beginnend vor Brandshagen bis Mesekenhagen an! In unmittelbarer Nähe zur Bundesstraße B896 wurden wir 2 Std. durchgerüttelt. Ein begleitendes Ehepaar wusste zu berichten, dass diese Strecke in der DDR-Zeit die einzige Verbindung zwischen diesen Städten war. Nach Neubau der Bundesstraße war kein Geld mehr für den Radweg da. Kameras und Notebook haben letztendlich den Schütteltest bis Greifswald bestanden. Durch die Stadt fließt der Fluss Ryck. Bevor er sich in den Greifswalder Bodden ergießt, dient er der Stadt als Hafen für Segelschiffe jeden Alters.
Unser Schlafplatz liegt nach über 80 km Radtour unmittelbar an der Ostsee bei Gahlkow.
Da mein Text, die Routen und unsere Bilder noch in unseren Blog gestellt werden müssen (wir sitzen abends in einer warmen und gemütlichen Gaststätte) mache ich jetzt Schluss. Ich freue mich auf meinen Kokon. Die Zahl der Zwiebelschalen steht für mich noch nicht fest. Geduscht wird morgen früh. Mein Eindruck ist, dass der beständige eisige Ostwind alle Gerüche vertreibt.

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