Ort: Zelt; Zeit: 20:20 Uhr (Kumpels im Tiefschlaf)
7:15 Uhr Wecken von Karl-Josef und Jürgen; nach dem Duschen hat Jürgen den Frühstückstisch im hohen Gras schon gedeckt. Den Kaffee hat er meist auch schon gekocht.
Danach beginnt das Aussortieren von überflüssigem Ballast: Akkus, Föhn, usw. - jedes Gramm zählt! Karl-Josef schneidet auch noch schnell seine Fingernägel ab! Damit alle ein einigermaßen gleiches Gesamtgewicht auf dem Fahrrad erreichen, übernehme ich zusätzlich beide Zelte auf meinem Rad. Die technische und medizinische Ausrüstung, die die Wegbegleiter an Bord haben, wiegt nämlich viel! Nach dem Motto: „Die Sachen sind nicht weg, sie sind nur woanders!“ findet sich auch alles wieder: das Messer, der Handschuh, der Kugelschreiber und mehr (meist verlegt in den vielen Taschen)!
Vom Campingplatz ging es dann um 11:30 Uhr über Gahlkow, Vierow, Seebad Lubmin, Freest, Kröslin nach Wolgast. Während die Kumpels eine Bratwurst aßen, holte ich mir in der Apotheke Bepanthol gegen raue Lippen und andere wunde Stellen. Karl-Josef gab die überflüssigen Sachen bei der Post in Richtung Ellen auf. Jürgen und ich suchten einen Fahrradhändler zwecks Kaufs eines Außenspiegels für mein Fahrrad. Bei dem Gewicht ist es nämlich fast unmöglich, sich umzudrehen ohne das Rad zur Seite zu reißen. Jürgen fand auch schnell einen älteren Herrn, der uns mit seinem Rad den Weg außerhalb des Stadtzentrums zeigen wollte. Im Gewühl folgte ich aber nach einiger Zeit versehentlich einem anderen, sehr ähnlich aussehenden und sehr eiligen Radfahrer, und wunderte mich schon sehr, als er nach ca. 2 km plötzlich auf ein Firmengelände ohne Drosselung der Geschwindigkeit - nur mit Handgruß – abbog. Ich dachte aber im Moment: Im Osten ist nichts unmöglich und folgte ihm willig. Securityleute grüßten dann aber irgendwann, fragten höflich: Wohin des Weges? Sie erklärten mir nach einer Weile auch den Weg zum Fahrradhändler, wo ich Jürgen traf! Der Außenspiegel erwies sich wirklich als große Hilfe! Dank an Jürgen! Mittags ging es um 14:15 Uhr zum Essen in den Hafen zu „Fischer Klaus“. Dann fuhren wir weiter über das mondäne Seebad Zinnowitz und über Köpingsee zum Seebad Ückeritz, wo wir um ca. 20:00 Uhr unsere Zelte aufstellten. Der Zeltplatz hat eine Ausdehnung von 4 km mitten im Wald und wir haben ein sehr komfortables großes Waschhaus für uns fast ganz alleine. Wir schafften heute nur ca. 55 km. Jürgen hatte noch eine Reifenpanne. Erst nach längerem Suchen kamen wir zum Ergebnis, dass es wohl am Ventil liegen müsse. Die letzten 3 km durch Wald nahe der Ostsee bis zum Campingplatz hatten es noch in sich. Wir hatten bis 16 % Steigungen zu überwinden. Jetzt gute Nacht! Aber nein: es ist 24:00 Uhr und wir möchten Klaus unsere ganz herzlichen Glückwünsche zum Geburtstag senden! Ganz viel Glück und Segen auf Deinen weiteren Wegen! Alles Gute! Lieber Klaus! Von Heiner, Jürgen und Karl-Josef!



