Dienstag, den 07.05.2013 von Izbica nach Leba

Bild des Benutzers Karl-Josef

Unser Gastgeber auf dem Campingplatz in Izbica hatte uns im Gastraum ein Frühstück mit Pfefferminztee (Kaffee kam auf Anfrage) vorbereitet. Der Start verzögerte sich, weil das bestehende Internet nach vielen Versuchen doch nicht zugängig war. Wir gaben auf und starteten zu den berühmten Wanderdünen nach Leba. Nun, wenn man Dünen besuchen will, geht der Weg durch Sand. Aber nicht schon 13 km vorher – glaubten wir! Wenige Kilometer hinter dem Übernachtungsort führte der Weg in einen typischen Küstenwald mit hohen Kiefern und sehr starken Buchen. Zum Binnensee hin erstreckten sich viele Schwarzwassergräben. Dichtes Torfmoospolster sorgte für Nachwuchs beim Torfaufbau. Unsere Räder versanken in den tiefen Spurrillen, welche die Waldfahrzeuge hinterlassen hatten. 25/30 kg Gepäck, Fahrrad und Fahrer waren nicht zu halten. Und das 13 km lang! Luftholen, Ärger über den Fahrweg, hoher Kraftaufwand beim Fahren im niedrigen Gang oder gar schieben über längere Strecken verlangten immer wieder nach einer Verschnaufpause. Ein Blick weg von der Spurrille hin in die wunderschöne Landschaft ließ bald den Ärger vergessen.
Ein Pfad lockte zum 100 m entfernten Binnensee. Die Fahrräder zurücklassend und mit Kamera bewaffnet wanderten wir vorsichtig in die Wildnis. Hinter einem Gebüsch aus jungen Birken und Erlen sah ich plötzlich in ca. 150 m Entfernung eine Gruppe Kraniche, die zum Wasser stolzierten. Durch Entfernung und dichten Aufwuchs kann ich nicht sagen, ob die Filmaufnahmen etwas erfasst haben. Als meine Wegbegleiter auch näher kamen flogen die Kraniche zwischen den Baumwipfeln auf und davon. Nur ihre typischen Rufe waren noch zu hören. Weiter ging die mühsame „Fahrt“. Kurz vor einem kleinen Ort ging der Weg in das hier überall typische Wackersteinpflaster über. Vor der Stadt zum Glück wieder Asphalt. Der kleine Hafen präsentierte einige Nachbauten der Segelarmada aus der Wikingerzeit, die für Touristenfahrten über die Ostseeküste entsprechend hergerichtet sind. Mittagessen und weiter zu den 7 km entfernten Wanderdünen von Leba über einen sehr guten neuen Fahrradweg. Die Touristen wurden mit offenen Elektro-Wagen gruppenweise zum Ziel gebracht. Nun wieder Sand. Diesmal erhielten wir aber das „Wüstengefühl“. Ca. 20 m hohe Sandberge, scharfer Wind und peitschende Sandkörner ersticken den Küstenwald und wandern sichtbar stetig landeinwärts. Gespenstig ragen die schwarzen toten Kieferngipfel aus der Düne.
Unten versuchten wir den Sand aus Schuhen und Kleidung los zu werden und steuerten einen sehr modernen Campingplatz ganz in der Nähe an. Für mich war nun am Restnachmittag Socken waschen angesagt. Von Jürgen wurde eine hervorragende Mischung von Nudeln und Tomatensuppe als Abendessen zubereitet. Als Schlaftrunk nahm ich heißen Kräutertee mit einem guten Schuss Wòdka Zoladkowa Gorzka, macht warm und selig!

die Seenlandschaft des Slowinski Nationalparks
Dünenlandschaft mit Sandsturm
 Jürgen schreibt die News vom 06.05.2013
Quellmoos
Slowinski Nationalpark
Verlandung des Küstenwaldes
Wikingerschiffe im Hafen von Leba

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