Mittwoch, den 08.05.2013 von Leba nach Puck 78 km, 4,50 Std Fahrzeit, Gesamtfahrstrecke 828 km

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6:30 Uhr aufstehen, auf dem sehr luxuriösen Campingplatz konnten wir einige Klamotten waschen und auch erfolgreich trocknen. Auch unsere Elektrogeräte konnten wieder aufgeladen werden. Außer uns befanden sich fünf deutsche, ein französischer und ein polnischer Campingwagen auf dem Platz. Nachdem Jürgen gestern eher gemütlich fuhr und beinahe den Ehrentitel „Der Treiber“ verloren hätte – er aber immerhin Hanna und Wolfgang erzählen kann, dass sich die Dünen tatsächlich auf Wanderschaft befinden, aber ohne Gepäck – ging es heute hurtig voran. Ich lernte noch, wie man die Trittfrequenz am Berg erhöht und konnte damit bei Jürgen dranbleiben. Während es anfangs leicht nieselte, hatten wir im Laufe des Morgens einen strahlenden Himmel, so dass ein Radler-Trikot als Bekleidung ausreichte. Das Rasen mit dem Auto hat auch bei vielen Polen Tradition und man findet auch immer an den langen Alleen mit engem und altem Baumbestand Kreuze für Unfalltote. Ein Warnplakat mit zertrümmertem Fahrzeug und der Aufschrift „Abitur 200“ ist mir als besonders gelungen in Erinnerung geblieben. Nach nur 2,15 Std haben wir nach 42 km Wierzchucino erreicht und dort Mittag gegessen. Als meine Begleiter ihre kleine Portionen Piroggen sahen und meine auf einem Foto verewigte Riesenpizza, habe ich natürlich redlich geteilt. Es ging weiter nach Zarnowiel und Krokow bergauf und bergab, aber immer gegen den Ostwind. In der Gemeinde Zarnovwic sah ich an einem Gebäude groß in Stein gemeißelt: Gemeindeschule 1909; kaum vorstellbar, dass das Gebiet damals deutsch war. Daneben wie fast in jeder Gemeinde ein Plakat mit dem Hinweis auf die Förderung durch die Europäische Gemeinschaft. Ohne zwei Kriege und die lange Zeit im Ostblock wäre dies sicher nicht notwendig. Auf der Landstraße fühlten wir uns dann lange Zeit von einem sehr niedrig fliegenden Militärhubschrauber verfolgt, kamen dann aber irgendwann zu dem Schluss, dass es sich um einen Flugunterricht handeln müsse. In der Küstenstadt “Puck“ (nördlich von Danzig) angekommen, fragten wir uns lange vergeblich nach einem Campingplatz durch, bis uns ein älterer Herr, den wir erst gar nicht so ernst genommen hatten, zu einem privaten kleinen Platz hinter einem Haus führte. Dort gibt es auch ein kleines Häuschen mit Dusche und WC. Wir haben den Eindruck, dass der Campingplatz sonst nicht mehr in Betrieb ist und hatten den Platz mal wieder ganz für uns alleine. Gute Nacht!

Backsteinkirche
Gemeindeschule
Riesenpiza für Heiner
und war ich nicht fleißig?
Angriff oder Geleitschutz?

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