Samstag, den 11.05.2013 - der zweite Tag in Danzig

Bild des Benutzers Heiner

6:30 Uhr aufstehen. Nach dem Frühstück Planung der Weiterfahrt nach Kaliningrad (Königsberg), dann Reinigung der Räder und Entfetten der Ketten. Da die Fahrräder im geschützten Foyer des Hostels stehen, wird frisches Kettenöl erst morgen aufgebracht. Nachdem Jürgens Außenspiegel das zweite Mal abgebrochen ist, versucht er mit Hilfe eines sehr freundlichen Polen, dessen Bohrmaschine und Schrauben, den geliebten alten Spiegel wieder zu montieren. Die Reparatur des Spiegels erwies sich aber als ungeeignet, da eine vernünftige Ausrichtung nicht mehr möglich war. Karten werden geschrieben: Karl-Josef zwölf, ich nur drei, Jürgen keine. Ich schreibe noch die wichtigsten russischen Wörter auf Notizkarten für die Lenkertasche! Auf unserem Zimmer ist seit Donnerstagabend ein junger Australier (32) mit Namen Andrew eingezogen, der seinen vierwöchigen Urlaub für einen Europatrip nutzt. Seine Großmutter mütterlicherseits mit Namen Zander stammt aus Dortmund. Den Lewandowski (Borussia Dortmund) kannte er aber nicht! Die Eltern sind aus England nach Australien ausgewandert. Danach begeben wir uns auf die Suche nach einem Bankautomaten, da mal wieder unser polnisches Geld alle ist. Danach geht’s zu einem Fahrradladen, Kauf eines neuen Außenspiegels, eines Fahrradschlauches, Gepäckspanner und Bremsklötze für Jürgen und Fahrradhandschuhe für Heiner. Dann kehrten wir zum Mittagessen in ein echtes Künstlerlokal (siehe Foto mit der Köchin!) ein. Dieses bot mit einer Flakisuppe (mit Pansen) echte polnische Hausmannskost. Die Suppe schmeckte mir aber auch ohne Pansen (habe ich in der Schüssel gelassen) vorzüglich. Nach einer weiteren Stadtbesichtigung fanden wir nach längerer Suche endlich den noch geöffneten Hintereingang des Postamtes. Die Postbeamtin kämpfte eine zeitlang verzweifelt mit der richtigen Frankierung eines kleinen Päckchens bei der Kundin vor uns. Immer wieder musste sie sich dabei auf dem Bildschirm die richtigen Infos besorgen. Zum guten Schluss, als das Päckchen schon ganz mit Briefmarken (wir benutzen hier mal den englischen Begriff „stamps“) voll geklebt war, knallte sie noch wütend auf beinahe jede Briefmarke den Stempel und dann kamen wir mit unseren 15 stamps für die Postkarten. Sie sah uns ganz entgeistert an, teilte erst ihrer Mitarbeiterin unser Begehren mit und wühlte dann alle Briefmarkenbücher durch. Wir wiederholten, dass wir nicht fifty sondern nur fifteen stamps benötigten. Da lief sie noch röter an, erhob sich in ihrer ganzen Fülle und hielt uns eine Gardinenpredigt, die wir zwar nicht verstanden, aber die sich doch sehr wohl gewaschen hatte. Zu guter Letzt reichte sie uns dann 60 Briefmarken und erklärte uns dann doch noch sehr freundlich in welcher Kombination und Reihenfolge diese auf die kaum noch vorhandenen freien Plätze der Postkarten zu kleben seien (da hätte der Schweizer Kabarettist Emil Steinberger noch etwas lernen können!). Danach warteten wir eine ganze Weile auf Jürgen, der nur mal kurz zur Toilette in ein Kaffeehaus einkehren wollte. Da er aber irgendwann nur mit drei Bällchen Eis herauskam, schlossen wir messerscharf, dass er die anderen sechs schon auf der Toilette gegessen haben musste. Wir wollen uns jetzt noch einen schönen Abend machen und Jürgen wird die notwendigen Ergänzungen vornehmen.

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