Tagebuch einer Ostseeumrundung

Dienstag, den 4. Juni 2013 Tallinn

Bild des Benutzers Heiner

Der Tag beginnt stressfrei und ich kann meinen letzten Blog abschließen. Während ich dann eine Handwäsche mache und die Geschichte Tallinns erkunde (siehe Anhang!), machen sich meine Jungs schon zur Erkundung des Ortes auf. Kurz vor Mittag folge ich auf den Platz der Freiheit mit dem Denkmal für den Unabhängigkeitskrieg, besuche die Kirche am Platz und lese am Denkmal nochmal ausführlich die Geschichte des Freiheitskampfes gegen die Russen. Nach einem gemeinsamen Mittagessen besuche ich dann noch den Domberg mit der Domkirche zu St.

Montag, der 03. Juni 2013; von ,Vääna Jöesuu nach Tallinn;

Bild des Benutzers Karl-Josef

Es war im Gegensatz zu sonst kein Laut zu hören. Es waren auch keine Brandungsgeräusche der Ostsee hier in der Bucht von Lohusalu laht zu hören. Nur ein paar Krähen krächzten aus den Kiefern am Strand. Die Jungs schliefen noch, als ich um 7:00 Uhr das Zelt verließ, um mich am Strand umzusehen. Wir hatten 200 m vom Strand „wild“ gezeltet. Ich wanderte mit Jogginghose und T-Shirt bekleidet zum Wasser. Draußen waren einige Schwäne zu sehen. In einer großen Schleife und bei ruhiger Fließgeschwindigkeit mündet der moorig braune Fluss Vääna in die See.

Sonntag, der 2. Juni 2013; vom Zeltplatz Kullamaa auf einen in Karten zwar angegeben aber nicht mehr vorhandenen Zeltplatz in der Nähe von Keila-Joa, ca. 30km vor Tallinn,

Bild des Benutzers Jürgen

Heiner rettet Karl-Josef die Socken und fährt heute alleine Streckenrekord mit über 110 km an diesem Tag und mir passiert ein folgenschweres und teuer zu stehendes Missgeschick.

Samstag, der 1. Juni 2013; von Paatsalut nach Kullamaa;

Bild des Benutzers Heiner

Zunächst ganz herzlichen Dank für alle guten Wünsche zu meinem Geburtstag! Statt aller Gratulanten möchte ich die jüngsten: Alba und Felix und die ältesten: Gerda und Werner benennen! Ich habe mich in der Ferne über alle Glückwünsche sehr gefreut!
Der erste Sponsor ist gefunden: Die Kölner Woyton-Niederlassungen! Die ersten Slogans: Bevor in Köln die Glocken läutern, stärke Dich bei Woyton! Wo Tobis Woyton draufsteht, da ist auch Tobis Woyton drin!

Freitag, der 31. Mai 2013; von Pärnu, Estland nach Paatsalut; Start bei sommerlichen Temperaturen, Zeltaufbau bei strömendem Gewitterregen auf einer Waldlichtung.

Bild des Benutzers Karl-Josef

Heiner stand um 7:00 Uhr frisch geduscht und fast fertig angezogen vor mir, als ich ausgeruht die Augen öffnete. „Ich gehe gleich einkaufen. Wir haben gestern nichts zum Frühstück eingekauft.“ Obwohl wir unser Hostel in der Innenstadt hatten, kam er nach einer halben Stunde frustriert zurück und berichtete, er habe kein Lebensmittelgeschäft gefunden, nur ein Café, das erst um 8:00 Uhr wie alle anderen öffnete. In den baltischen Staaten unterscheiden sich Lebensmittelläden durch fehlende Werbehinweise fast nie von den übrigen Häusern.

Donnerstag, der 30. Mai 2013; von Salacgriva bis Pärnu, wir verlassen Lettland im Sonnenschein und fliehen in Estland vor drohender Gewitterfront und überschreiten die 2000-km-Grenze, Gesamt-km: 2044

Bild des Benutzers Jürgen

Beim Aufwachen geht der erste Blick zunächst einmal durchs Fenster, um die aktuelle Wetterlage zu ermitteln. Es sieht ganz gut aus. Zum Frühstück wird das letzte Brot verteilt, Käse und Blockwurst gibt es noch genug. Wegen des stinkenden Leitungswassers nehmen wir das gekaufte Wasser aus der Leitung für den Kaffee. Als Heiner aus seinem Separee auftaucht, singen wir ihm erst einmal aus voller Brust ein Geburtstagsständchen. Der Frühstückstisch ist mit Kerzen geschmückt und der dampfende Kaffee wartet schon.

Mittwoch, der 29. Mai 2013; von Tuja bis Salacgriva Tages-km: 34 Gesamt- km: 1960

Bild des Benutzers Heiner

Morgens kommen wir (Heiner) schwer aus den Federn. Wein und Wodka lassen grüßen! Draußen sieht es trübe aus, es fängt kräftig an zu gießen und wir haben gar keine Lust, in die nasse Welt heraus zu treten. Die liebe Ina erkundigt sich per Handy nach meinem Wohlergehen und holt sich einen enormen Wissensvorsprung gegenüber der übrigen geschätzten Leserschaft. Nachzutragen wäre meine tatsächlich sehr gute Erfahreng bei der noch jungen Zahnärztin. Die Praxis gehört wohl zu einem größeren Klinikverbund und war hervorragend ausgestattet, soweit ich das als Laie beurteilen kann.

Dienstag, den 28. Mai 2013; Abschied von Riga, im Wechselbad von Regen und Sonne auf der Via Baltica bis Tuja

Bild des Benutzers Karl-Josef

Ein ruhiges, aber regelmäßiges Trommeln weckte mich um 6:00 Uhr aus dem Tiefschlaf. Regnet es? Das Dachfenster hatten wir hier unter dem Hausgiebel wegen der Wärme weit geöffnet. Ich sprang aus dem Bett, um es zu schließen. Im Nachbarbett saß Jürgen und klimperte auf der Notebooktastatur. Also Entwarnung! Ein Blick zum Fester bestätigte: kein Regen sondern bewölkter Himmel. Also noch mal rumdrehen und weiter schlafen. Um 7:00 Uhr ist aufstehen und gegen 8:00 Uhr Frühstück im Hostel angesagt.

Montag, den 27. Mai 2013 Nachtgespenster, Stadtbesichtigung der lettischen Hauptstadt Riga, Heiner in Not

Bild des Benutzers Jürgen

Ich bitte schon jetzt um Entschuldigung, wenn der Bericht möglicherweise etwas ausschweifend wird, aber es kribbelt mir in den Fingern. Einen kleinen Nachtrag vom Vorabend möchte ich noch anfügen. Wir schlafen hier in Riga in einem Hostel. Das ist kein Hotel und keine Jugendherberge, sondern eine einfache Unterkunft mit vernünftigen Betten, alles modern eingerichtet, sauber und Gemeinschaftsdusche und -toilette auf dem Flur. Es gibt eine Küche, die dann auch als Frühstücksraum genutzt wird.

Sonntag, den 26. Mai 2013 Vom Campingplatz in der Nähe des Dorfes Engure bis Riga, Tageskilometer: 63 km, Gesamtkilometer: 1850km

Bild des Benutzers Heiner

6:30 Uhr aufstehen, Jürgen arbeitet bereits im Parterre am Laptop und schreibt Tagebuch. Da wir nur noch 60 km bis Riga zu fahren haben, können wir es heute langsamer angehen lassen und senden bis 10 Uhr alle aktuellen News an Ina. Ich hole den Campingplatzbesitzer Ivo, damit er den Schuppen mit den Rädern aufschließen kann. Seine freundliche Mutter öffnet und sagt, dass sie Ivo aus dem Bett hole. Ich frage Ivo, ob er gut geschlafen habe. Viel zu wenig, sagt er, die Mutter habe ihn mit ihrem Geklapper viel zu früh geweckt.

Samstag, den 25.05.2013 – von Pürciems (ca. 11 km vor Roja) bis Plienciems Hütte „Zivartins“

Bild des Benutzers Karl-Josef

Am Morgen ist das Wichtigste für einen Camper mit Zelt: das Wetter. Es gab Wetter. Hier kann man nicht sagen: „ es ist kein Wetter“. Die Sonne kam langsam hinter den Bäumen aus Richtung Ostsee hervor und wärmte unseren Zeltplatz. Gut ausgeruht (im Gegensatz zu meinen Freunden, die wohl bis nach 24:00 Uhr am Blog geschrieben haben) suche ich den Regenwassertank zwecks erfrischender Morgenwäsche auf, da am offiziellen Waschplatz nur ein Rinnsal aus dem Wasserhahn tröpfelte.

Freitag, den 24.05.2013 – Blockhütte in Mikeltornis über die Nordostspitze von Lettland dem Dorf Kolka nach Pürciems (ca. 11 km vor Roja)

Bild des Benutzers Jürgen

Um 6:30 Uhr treibt ein Bedürfnis mich raus und zwingt mich durch die kalte und neblige Morgenluft, zur rd. 80 m entfernten Toilette zu laufen. Mit wasserfesten Sandalen und GoreTex-Socken an den Füßen durch die regennasse und teilweise sumpfige Wiese. Ein kurzer Weg, der ausreicht die nötige Morgenfrische zu erlangen. Danach beginnt eine Diskussion, welches Wasser wir denn als Kaffeewasser benutzen sollen. Das Wasser aus der Leitung stinkt deutlich nach Metall und hat eine noch deutlichere Braunfärbung (könnte man halt Kaffeepulver sparen).

Mittwoch, den 22.05.2013 – Ziemupe bis Zeltplatz Zaki bei Jurkalne

Bild des Benutzers Karl-Josef

Unter dem Spitzdach standen 11 Betten. Schneewittchen und die 7 Zwerge fehlten. Wir drei verbrachten eine behütete Nacht, natürlich nur in 3 Betten. Also hinkt der Vergleich. Trotzdem waren wir sicherlich genauso glücklich wie Schneewittchen, als sie im Märchen überraschend bei den 7 Zwergen eine Unterkunft fand. Hatten wir doch ein Haus mit Sauna und allem was dazu gehört für uns drei alleine. Unten kochte am Morgen, für uns, die wir nur das Camperleben gewohnt sind, ein Heißwassergerät im Handumdrehen das Wasser für den Nescafé.

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