Mit ca. 20 minütiger Verspätung landet die Propellermaschine aus Riga kommend, wo Karl-Josef zwischenlanden musste. Erst kommt das Fahrrad und ich mache mich an das Auspacken, des mit Luftbläschenfolie umhüllten Edelstücks. Schon kommt eine Kontrolleurin und fragt nach dem Gepäckbeleg. Ich sage ihr freundlich, dass mein Freund gleich komme und sie gibt sich zufrieden. Als Karl- Josef dann kommt, ist er erst einmal ungläubig, als ich ihm die freudige Nachricht übermittle, dass er während er in der Luft war Opa geworden ist.
Das Frühstück bereitet diesmal der Ehemann vor – „ex-husband“, wie die Wirtin korrigiert – sehr leckere Spiegeleier. Statt Butter ist aber diesmal der Fernseher eingeschaltet, sogar ZDF Morgenmagazin. Als Trittin etwas von Erhöhung der Vermögenssteuer brabbelt, schaltet Jürgen ab. Fernsehen haben wir uns abgewöhnt. Dann packen wir und verabschieden uns im herrlichsten Sonnenschein vom „ex-husband“ . Der Schäferhund von nebenan bellt auch heute nicht, sondern läuft uns erwartungsvoll hinterher.
Endlich mal ausschlafen in einem himmlischen Bett. Obwohl, es war etwas warm, nach den letzten Nächten im Freien, bzw. in der Blockhütte. Schnell eine warme Dusche und, noch nass hinter den Ohren, nach unten, wo uns ein tolles Frühstück erwartet. Deftig aber lecker mit viel Liebe zubereitet und was das Schönste ist: 2 große Plastiktüten mit gewaschener und getrockneter Wäsche. Mit viel Genuss wird gefrühstückt, sogar dunkles Brot gibt es. Nur der Kaffee ist ungefiltert, das heißt, Kaffeemehl in einen kleinen Topf und heißes Wasser drauf.
6:00 Uhr: aufstehen, 8:30 Uhr: „Abmarsch“. Nachdem mir Jürgen zu wenig Respekt vor den reißenden Hunden vorgeworfen hatte - immerhin kann ich aber auf 25 Jahre Erfahrung mit wilden Hunden auf dem Rheindamm verweisen, während Herr Direktor allenfalls beim „chauffiert werden“ zur Arbeit mal einem wilden Hund hinter Panzerglas begegnet sein kann – machte ich die Vorschläge, unsere Dreibeinhocker oben auf zu schnallen und dicht neben Jürgen zu fahren. Diese Vorschläge wurden als zu wirkungslos abgelehnt und Jürgen bastelte sich lieber eine Wasserpistole aus einer Wasserflasche als Abwehrwaffe.