Frühstück an Deck. Ich fühle mich wie ein „Leichtmatrose“ auf einem Dreimastschoner, der Af Chapman. Die Stadt präsentiert sich von meinem Sitz hoch auf dem Oberdeck mit ihren Superlativen. Stockholm liegt auf 14 Inseln, die durch 53 Brücken verbunden sind, denn 30 % der Stadtfläche besteht aus Wasser und natürlich auch ein Teil aus Waldgebieten. Für Kunst- und Wissensbegierige stehen 87 Museen zur Verfügung. Hier an Deck könnte man Stunden sitzen um ein- und ausfahrende Schiffe vom Paddelboot über 4-Mast-Segler bis hin zu Schiffen wie der Aida zu beobachten.
Ich habe in meinem Leben noch nie so gut auf einem Schiff geschlafen, wie diese Nacht auf der Af Chapman. Gut, zum einen gab es auch überhaupt nur wenige Gelegenheiten für mich und dann waren das jeweils Überfahrten, teilweise auf stürmischer oder auch ruhigerer See. In dieser Nacht hat sich der 3-Mast-Schoner kaum bewegt. Am Abend vorher treffe ich in der Küche die immer früh aufstehende Annatina aus der Schweiz, der ich ja empfohlen hatte, hier Quartier zu nehmen.
6:30 geht Karl-Josef duschen. Ich bleibe noch bis 7:00 Uhr liegen und mache mir bewusst, dass heute Sonntag ist. Heute gibt es für die Jungs deshalb auch zwei Spiegeleier. Es zieht sich zu und wir beeilen uns, die Zelte ins Trockene zu bekommen. 9:30 Uhr fahren wir dann los und ich wundere mich sehr, wie dieser Campingplatz mit den geringen Kapazitäten und ohne Kühlschrank 4 Sterne bekommen konnte. Es ist kaum Verkehr und wir können die sehr ansprechende Innenstadt in Ruhe genießen. Alles beherrschend steht der mächtige Dom zu Uppsala im Zentrum der Stadt.
Mein Schlaf war wohl nicht sehr tief. Das kreischende Geschrei der Affen, das scharfe Gezeter der Möwen und anderer Tiere ließen mich immer wieder aufwachen. Kein Wunder, wenn wir unseren Zeltplatz in unmittelbarer Nähe eines großen und beliebten Zoos aufschlagen. Die Tiere, die diese Töne verursachten, hätte ich gerne gesehen. Aber dazu war keine Zeit. Auf der kleinen Insel des Sees unseres Lagerplatzes hat wohl ein Möwenpaar gebrütet und es gibt ein rechtes Möwengezeter, wenn die Eltern zurück kommen. Wir wollen früh starten, da ca.
Den gestrigen Ruhetag haben wir zwar zum Waschen genutzt, aber außer Karl-Josef (die Rohloffnabe braucht immer etwas mehr Zuwendung) hat keiner Fahrradpflege gemacht, d.h. wir haben uns wirklich ausgeruht! Hinter einer Staumauer, bzw. auf einer Halbinsel, waren Angler sehr erfolgreich auf der Jagd nach Lachsen. In regelmäßigen Abständen konnten wir wahre Prachtexemplare aus dem Wasser springen oder zumindest an der Wasseroberfläche schwimmen sehen. Leider waren die Angler sehr geschickt und mancher Lachs hatte das Nachsehen.
5:00 Uhr Aufstehen. Die Sonne wärmt bereits. In der Küche schreibe ich nach dem Duschen an meinem Blog für Montag. Um 6:00 Uhr kommt Annatina (30) aus Luzern herein. Fährt nach dem Frühstück bereits um 7:00 Uhr weiter und hat dann den Tag über auch Zeit zum Waldbeeren-sammeln und für Städtebesichtigungen. Beim Frühstück um 7:00 Uhr gesellen sich Doris und Reinhard aus der Eifel zu uns, die erst aus Norwegen kamen und jetzt mit ihren Rädern in Richtung Finnland unterwegs sind.
Wer früh auf einem überfüllten Campingplatz aufsteht, hat den Waschraum für sich alleine. Von dort zum Frühstück ins Haus gegenüber. Außerhalb der Küche sind überdachte Sitzgruppen installiert. Die Sonne scheint immer wieder zwischen den Wolken durch. Die Zelte konnten trotz Regen gestern Abend am Morgen trocken abgebaut werden. Wir haben noch einige Zeit gebraucht, um die kurze, kostenlose WiFi-Zeit zum Übersenden von Blogs zu nutzen. Uns bläst es kalt und heftig entgegen, als wir uns auf die Drahtesel schwingen.
Auf dem sich noch in einer Grundrenovierung befindlichen Campingplatz bereiten wir in der ungemütlichen Küche unser Frühstück. Auf Barhockern setzen wir uns an eine Arbeitsplatte, als Tischersatz. Eine Sitzgelegenheit mit Tisch, wie bei den anderen Campingplätzen ist hier nicht angedacht. Es geht zunächst weiter auf der E4, die hier als Hauptstraße durch die Stadt und auch noch weiter in Richtung Süden verläuft. Es gibt eine Reihe von Baustellen, die wichtigste ist eine im Bau befindliche lange Brücke, die ein Hafenbecken der Ostsee überspannen wird.
6:30 Uhr Aufstehen; 7:15 Uhr Frühstücken (Müsli mit Jogurt u. Spiegeleier); sonniges Wetter aber starker Westwind. Noch schnell ein Foto vom Campingplatz. Um 9:20 Uhr sind wir unterwegs. Wir kommen an der Kirche vorbei, in der Hans bis zu seiner Pensionierung tätig war. Ihm konnte ich mit meinem Buch von Richard Rohr eine Freude machen. Ich hatte ihm noch gesagt, dass mir der Ablauf der Messe, besonders die Wandlungsworte sehr katholisch vorkamen und dass mich sehr gefreut hätte, dass er die Gemeinde die ganze Zeit angelächelt hätte.
Wochentage spielen bei einer Ostseeumrundung nach 4.500 km keine Rolle mehr. Heute ist jedoch ein ganz besonderer Tag. Es ist Sonntag, herrlicher Sonnenschein und ich ziehe mich auch nach dem Duschen „sonntagsfein“ an, soweit das die Radler-Taschen hergeben. Pünktlich werden wir von Kerstin und Hans im PKW abgeholt und zum Gottesdienst nach Froghi mitgenommen. Hans ist evangelischer Pastor und wird die Messe lesen. Wir haben bis 11:00 Uhr zum Beginn des Gottesdienstes Zeit und besuchen den umliegenden Friedhof und das unmittelbar angrenzende Seeufer.
Auch wenn der Erholungsschlaf kurz war, hat der Tag Pause mal wieder gut getan, da wir unsere Räder gestern auf Vordermann haben bringen können. So kurz nach 24:00 Uhr machte die Liveband mal Pause und wir dachten schon, dass wir nun zur Ruhe kommen können. Aber weit gefehlt, sie holten nur noch einmal Anlauf um ins Finale zu starten, um dann gegen 01:30 Uhr endgültig uns die nötige Bett- (Thermarest-)ruhe zu gönnen. Trotz allem fühlen wir uns ausgeruht, als wir so um 6:30 Uhr wegen der Übertemperatur im Zelt (die Sonne strahlt mit voller Kraft aufs Zeltdach) volle Pulle einfinden.
Da ich gestern schon um 22:00 Uhr schlafen ging, bin ich um 5:00 Uhr ausgeschlafen und habe nach dem Duschen die Küche ganz für mich alleine. Um 6:00 Uhr mache ich Kaffee mit Kakao! Dann wird der Blog für Dienstag geschrieben. Wenn die Jungs 7:30 Uhr zum Frühstück kommen, bin ich fertig und wir genießen den frühen Morgen ohne heute noch weiter fahren zu müssen. Der Zielort Kramfors, wo wir Sonntag das befreundete Ehepaar von Jürgen und Elisabeth treffen wollen, liegt nur noch ca. 55 km entfernt und wir können einen Tag pausieren, d.h.
Mein morgendlicher Blick aus dem Zelt geht über den See, der durch den Fluss Moälven gespeist wird. Die Wolken verdichten sich und die anfängliche Sonne wird vertrieben. Die Dusche ist sehr ungewöhnlich. Sie ist mit einem Geldautomaten begrenzt und kostet eine Krone für 2 Minuten heißes Wasser. Das musste reichen. Nach dem Frühstück folgte die Tour-Planung, die aufgrund der in der Landschaft eigenwilligen Felsformationen immer schwieriger wird.
Wer hätte das gedacht, dass wir unsere nasse Fahrradkleidung noch trocken bekommen. Aber nach der Fahrt durch den kräftigen Regen gestern, hatten wir eine Möglichkeit gefunden Wäscheleinen zu spannen und alles aufzuhängen. Auch heute Morgen hängen wir alles noch einmal in die Sonne. Aber zusätzlich hilft ein kräftiger Wind, der uns im Laufe des Tages noch arg zu schaffen machen wird. Aber wir lassen es zunächst gemütlich angehen heute Morgen, da wir seit gestern wissen, dass wir Kerstin und Hans in der Stadt Kramfors, einem unserer nächsten Ziele, besuchen werden.