Unser Gastgeber auf dem Campingplatz in Izbica hatte uns im Gastraum ein Frühstück mit Pfefferminztee (Kaffee kam auf Anfrage) vorbereitet. Der Start verzögerte sich, weil das bestehende Internet nach vielen Versuchen doch nicht zugängig war. Wir gaben auf und starteten zu den berühmten Wanderdünen nach Leba. Nun, wenn man Dünen besuchen will, geht der Weg durch Sand. Aber nicht schon 13 km vorher – glaubten wir! Wenige Kilometer hinter dem Übernachtungsort führte der Weg in einen typischen Küstenwald mit hohen Kiefern und sehr starken Buchen.
Einer der gemütlichsten Campingplätze bisher auf unserer Tour, klein aber fein. Nach dem bekömmlichen Abendtrunk des Vorabends haben alle super geschlafen! Und es fällt uns schwer, bei einem nebeligen Morgen aus den Schlafsäcken zu kriechen. Ein allmorgendliches Bedürfnis hilft aber ungemein, diese schwere Hürde zu nehmen. Ein benachbarter Tierpark, mit einheimischen und exotischen Vögeln bietet am Morgen ein illustres Gezwitscher.
Am Sonntagmorgen um 5:45 Uhr wurden wir von Jürgens Fahrradalarmanlage geweckt. Er ist wohl versehentlich zu nahe an sein Rad gekommen. Da wir ja wild campten, bauten wir mit leerem Magen die Zelte ab und waren um 7:30 Uhr unterwegs der aufgehenden Sonne entgegen. Schnell konnten wir für unser Frühstück einkaufen und uns an einem großen Leuchtturm niederlassen. Es gab sogar Spiegeleier. Danach ging es weiter über Wieniotowo, Plesna, Gaski, Sarbinowo, Mielenko, Mielno, dann auf eine Meerenge zwischen den Binnenseen Jezioro, Jamno und der Ostsee.
Ich berichte über „Z D F“ aus Polen:
Hier ist nicht das Fernsehen gemeint, sondern genaue Ausführungen, wie ich strukturierte Berichte aus meiner früheren Arbeit als Visitor kannte:
Also Zahlen - Daten - Fakten!
- Gefahrene Kilometer: 100,7 km (bisherige und hoffentlich einzige Höchstleistung)
- Sattelzeit: 6 Stunden 12 Minuten
- Strecke: Hauptverkehrsstraße 102 und 109, teilweise mit und ohne Radweg. Der eigentliche Ostseeradweg N10 verlief auch hier.
- Wegeführung: Ein stetiges Auf und Ab!
Ort: Zelt; Zeit: 20:20 Uhr (Kumpels im Tiefschlaf)
7:15 Uhr Wecken von Karl-Josef und Jürgen; nach dem Duschen hat Jürgen den Frühstückstisch im hohen Gras schon gedeckt. Den Kaffee hat er meist auch schon gekocht.
Mein Tagesbericht beginnt wieder mit Frost in der Nacht, dann strahlender Sonnenschein und fast wolkenloser Himmel. Auf der Tour erlebten wir einen sehr scharfen Gegenwind. Dann die Suche nach dem richtigen Weg um Stralsund und danach ein Dauererlebnis mit rüttelndem Kopfsteinpflaster und zum Schluss ein Endspurt zum Zeltplatz.
Da ich es beruflich gewohnt bin, in lärmgefährdeten Bereichen (in Kraftwerken) eine sogenannte „persönliche Schutzausrüstung“ (PSA) zu tragen, habe ich mich gut an Ohrstöpsel (sog. „Ohropax“) gewöhnen können. So nutze ich diese auch auf meinen Reisen, um Störgeräusche bei der Nachtruhe möglichst auszublenden! So auch in der letzten Nacht. Dennoch treibt es Männer im fortgeschrittenen Alter durchaus des Nachts, eine zuvor köstlich vereinnahmte Erfrischung wieder loswerden zu wollen. Mein Zeltnachbar machte sich hierzu so deutlich bemerkbar, dass auch ich trotz Stöpsel im Ohr wach wurde.
Im wohlbehüteten und insbesondere warmen Umfeld der Jugendherberge Wismar schlafen wir wie die Murmeltiere. Es fällt uns gar nicht schwer, heute mal früh aufzustehen. Wir genießen ein herrliches JH-Frühstück und es gibt sogar Kakao für meinen Kaffee! Auch gekochte Eier, Säfte und leckere Brotbeilagen und ein vorzüglicher Kirschjoghurt bringen uns die Power, die wir dringend für den Tag brauchen. Um 9:30 Uhr saßen wir schon auf den Fahrrädern. Vorher gelang es Karl-Josef noch den Hotspot anzuzapfen und eine News einzustellen.
Die Nacht war nicht nur kalt, sondern sehr frostig. Gegen 3 Uhr war es Zeit, das Zelt zu verlassen. Als gewohnter Camper weiß ich, dass man im Vorzelt den Kopf einziehen muss, um die Tropfen an der Zeltdecke nicht mit den Haaren abzuwischen. Die Zeltdecke war innen nicht nass sondern mit einer Eisschicht bedeckt. Draußen war der Himmel sternenklar. Käuzchen schrien. Nach Rückkehr ins Zelt war es mir kälter als zuvor; ich suchte meine warme Mütze. Damit bin ich noch nie ins Bett gegangen.
Treffen bei Karl-Josef und Ellen zum Frühstück. Auch Hanna, Ulrike, Katrin, Wolfgang und Hendrik sind zum Abschied gekommen. Hendrik ist so lieb und bringt uns mit Auto und Anhänger nach Lübeck. In Lübeck durch das Holstentor, direkt in den Ratskeller und gebratener Hering mit lecker Holstenpils! Danach ein leckeres Marzipaneis bei Niederegger (den Kollegen von POD sei Dank). Echt lecker und wegen der kühlen Temperaturen auch lange stabil (natürlich im Hörnchen)!